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Geburtshilfe - Prävention - Sport - Nahrung

Paleo-Ernährung und Milch

Ist Milch bei Paleo erlaubt oder nicht? Über kaum ein anderes Thema wird so stark innerhalb der Paleo Community diskutiert. Einige lassen Milchprodukte komplett weg, andere beschränken sich auf Fette (so wie Ghee, Butter und fetten Quark), wieder andere schwören auf Milchprodukte von reinen Weidetieren.

Unsere Vorfahren haben zumindest keine Milch getrunken. Tatsächlich ist – anders als bei Getreideprodukten – die Wissenschaft hinter Milch jedoch nicht eindeutig. Die harten Fakten aus diesem Artikel kommen alle aus einer der umfassendsten Studien über Milch der letzten Jahre.

Milch – gesund oder schädlich?

Kontra Milch:

  • Es sind deutlich weniger Nährstoffe enthalten als in Fleisch, Obst und Gemüse.
  • Der Insulinspiegel im Blut wird schubweise erhöht und zwar unproportional zum enthaltenen Zucker und Proteinanteil. Das könnte ein Grund für die Entwicklung von Insulinresistenz sein.
  • Milch enthält Kuh Hormone, die unser eigenes Hormonlevel beeinflussen können. Zum Beispiel wird das Insulin ähnliche Hormon Growth Factor-1 (IGF-1) in Verbindung mit einem gesteigerten Risiko von Brustkrebs und Prostatakrebs gebracht. Mit diesem Hormon bringt man auch die Bildung von Akne in Verbindung.
  • Milch enthält Proteine spaltende Enzyme, die zur Durchlässigkeit der Darmwand beitragen können, ähnlich zur Wirkung von Gluten.
  • Milchprodukte sind hoch allergieauslösend, da Proteine wie z.B. Casein von unserem Körper nicht aufgenommen werden können.
  • Laktose ist immer noch schwer verträglich. Das Schlimme: Viele bemerken ihre Laktoseintoleranz nicht, weil Symptome wie Müdigkeit, Magenbeschwerden und Schlappheit nicht der Ernährung zugeschrieben werden. Interessant: Bei Kindern ist das Problem weit weniger ausgeprägt, denn bis zum Alter von etwa 2 produziert der Körper Laktase, ein Laktose-Spaltungs-Enzym.

Pro Milch:

  • In Studien konnte gezeigt werden, dass voll-fett und fermentierte Milchprodukte gegen Typ 2 Diabetes und Herzkrankheiten schützen kann.
  • Milch und Fette von weidegefütterten Tieren sind eine gute Quelle  für Prebiotics und Vitamine. Außerdem enthält Milch wertvolle Proteine.
  • Es gibt Anhaltspunkte, dass Milchprodukte gut für das Wachstum von Kindern ist. Früher war es ganz normal, dass Kinder noch bis zum Alter von etwa 5 Jahren Muttermilch bekommen haben. In unserer heutigen Gesellschaft wird schon ab 6 Monaten nicht mehr gestillt. Inzwischen gilt Kuhmilch hier als guter Ersatz, sollte aber so spät wie möglich eingeführt werden, und dann auch nur, wenn das Kind keine Anzeichen einer Laktoseintoleranz zeigt. Ein Test gibt Klarheit!
  • Fermentierte Milchprodukte gelten als besser, denn sie enthalten gute Bakterien und der Fermentierungsprozess nimmt den meisten Milchzucker, also Laktose, aus dem Produkt.
  • Es gibt also gute Gründe, Milchprodukte nicht völlig zu verbannen, sondern in Maßen wie über Ghee, Butter und ab und zu voll-fett Quark mit einzubinden. Trotzdem ist klar: Durch Milch ausgelöste Allergien sind ein großes Problem. Neben der Laktoseintoleranz gibt es eine weit verbreitete Allergie auf Milch Proteine. 18% der Kindergartenkinder weisen diese Unverträglichkeit auf.

Unser Tipp: einen Monat lang komplett auf Milchprodukte verzichten und dann versuchsweise wieder einführen. Man merkt dadurch schnell, ob Symptome wie Magenverstimmungen auftreten. Selbst wenn man auf Casein und Laktose nicht allergisch reagiert und ein erhöhter Insulinspiegel in Kauf genommen wird, ist die normale Supermarktmilch trotzdem noch eine ziemlich schlechte Wahl. Sehr wahrscheinlich haben diese Milchkühe nur Mais und Getreide bekommen, im schlimmsten Fall auch Wachstumshormone und Antibiotika – und dann werden der Milch noch die wichitgen Fette abgeschöpft und durch das Pasteurisieren gute Bakterienkuluren und Enzyme zerstört. Außerdem enthält diese Milch anteilig deutlich mehr Omega-6 Fettsäuren und weniger Omega-3 Fettsäuren.

Marketing vs Realität: Unsere Milchkühe kennen keine grünen Wiesen

Die Alternativen: Ghee und Mandelmilch

Wie gehen wir selbst damit um? Milchprodukte versuchen wir zu vermeiden, anstatt Butter nutzen wir Ghee (gibt´s im Asia Laden). Ghee ist “bereinigte” Butter. Die Butter wird langsam geschmolzen, so dass sich die Milchbestandteile vom Fett trennen. Was übrig bleibt ist pures Butterfett, auch unter Butterschmalz bekannt. Eignet sich super zum Kochen. Für´s Kochen und Shakes benutzen wir Mandelmilch aus dem Bioladen. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt: Auch Mandelmilch ist pasteurisiert und oft noch zusätzlich gezuckert.

Und was ist mit Calcium?

Schon gewusst: erst seit etwa 7.500 Jahren können wir Milch, bzw. Laktose auch als Erwachsene verdauen. Evolutionsbiologen sehen einen Zusammenhang zur Sonnenstrahlung. Da es in unseren Regionen vor allem Im Herbst und Winter wenig Sonne gibt, leiden viele an einem Vitamin D Mangel. Dabei ist Vitamin D extrem wichtig für Kalziumresorption und damit Knochenaufbau. Bei Vitamin D Mangel kann Milchzucker diese Funktion übernehmen. Wenn viel Sonne scheint, ist das eine überflüssige Ausgleichsfunktion. Das erklärt, dass Laktoseintoleranz so regional unterschiedlich ausgeprägt ist.

WRITTEN BY MICHAELA SCHNEIDER. POSTED IN GESUNDE ERNÄHRUNG

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